In Christus bleiben
Ich hatte im August das Vorrecht an einem Workshop zum Thema „in Christus bleiben“ teilzunehmen. Was mich immer wieder aufs Neue begeistert, ist, wenn ich in der Bibel auf Zusammenhänge oder Erklärungen stoße, die mir noch nicht bewusst waren. So war es auch bei diesem Workshop.
Wir befassten uns an jenem Vormittag mit dem 1. Johannesbrief, vornehmlich mit dem zweiten Kapitel.
Der Workshop-Leiter stellte viele Fragen, die die Teilnehmer in Kleingruppen ausarbeiten sollten.
Darunter waren Fragen wie:
- Sollen/müssen wir in Christus bleiben?
- Wie machen wir das?
- Was passiert, wenn wir nicht in Christus bleiben?
- Was sagt Johannes darüber?
Die Fragen inspirierten mich dazu die Phrase „in Christus bleiben“ im gesamten Kapitel zu suchen.
Das erste Mal begegnet sie uns in Vers 5 und 6, wo es heißt:
„wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind.
Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist.“
Im Zuge des Workshops wurde schnell klar, dass „in Christus sein“ und „in Christus bleiben“ zwei unterschiedliche Dinge sind.
In Christus zu sein, hat mit unserer Stellung in ihm zu tun. Paulus führt dieses Thema in den ersten drei Kapiteln des Epheserbriefes genauer aus.
In Christus zu bleiben, ist nicht heilsrelevant. Es ist etwas, wozu wir uns entscheiden können. Und darum geht es vornehmlich in 1. Johannes 2.
Um in Christus bleiben zu können, braucht es die Grundvoraussetzung zuerst in ihm zu sein. Johannes beschreibt in Vers 5, woran wir erkennen können, dass wir schon in ihm sind.
Wenn wir allerdings den Anspruch erheben, zu sagen, wir blieben in Christus, so sind wir verpflichtet so zu wandeln, wie er gewandelt ist. Jesus hat Gottes Wort zu hundert Prozent gehalten. Die Liebe Gottes ist in ihm vollkommen geworden. Man konnte also an seinem Wandeln erkennen, dass er im Vater ist.
Die nächste Erwähnung dieser Phrase finden wir erst in Vers 24:
„Was ihr nun von Anfang an gehört habt, das bleibe in euch! Wenn in euch bleibt, was ihr von Anfang an gehört habt, so werdet auch ihr in dem Sohn und in dem Vater bleiben.“
Hier beschreibt Johannes, wie es funktionieren kann, in Christus zu bleiben. Er schreibt, wenn wir in der ursprünglichen Lehre bleiben, wie sie von Anfang an gelehrt wurde, so werden wir auch in Christus und in seinem Vater bleiben.
Vers 27: „Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch, und ihr habt es nicht nötig, dass euch jemand lehrt; sondern wie euch die Salbung selbst über alles belehrt, ist es wahr und keine Lüge; und so wie sie euch belehrt hat, werdet ihr in ihm bleiben.“
Sobald wir in Christus sind, werden wir mit der Salbung seines Geistes versiegelt. Die Salbung bleibt in uns. Wenn wir in dem bleiben, was uns der Heilige Geist lehrt und nicht davon abrücken und menschlichen Lehren folgen, werden wir auch in Christus bleiben.
Vers 28: „Und nun, Kinder, bleibt in ihm, damit wir Freimütigkeit haben, wenn er erscheint, und uns nicht schämen müssen vor ihm bei seiner Wiederkunft.“
Johannes fordert uns also tatsächlich dazu auf, in Christus zu bleiben. Nicht, um einer Strafe zu entgehen. Sondern schlicht, um unsere Freimütigkeit zu erhalten. Es geht darum, dass wir uns frei und fröhlich freuen können, wenn der Herr wiederkommt. Dass wir in diesem Moment freimütig in Verbindung mit ihm gehen können und uns nicht vor Scham verstecken wollen, wie Adam es tat, als der Herr ihn rief.
Diese Begründung unterstreicht den Grund für das Schreiben des ersten Johannesbriefes, den Johannes im ersten Kapitel Vers 4 erwähnt: „Und dies schreiben wir euch, damit eure Freude vollkommen sei.“
Es geht um unsere Lebensqualität, nicht erst im Himmel, sondern schon heute. Wir müssen nicht in Christus bleiben. Gott nimmt uns auch an, wenn wir eigene Wege gehen. Aber schöner ist das Leben ganz sicher in ihm!


